Das Baby füttern
Von Philips
08/16/2023
3-4 Min. Lesezeit

Studien zum Saugen, Schlucken, Atmen und welche Rolle die Zunge des Babys beim Füttern spielt, basieren hauptsächlich auf der Fütterung mit dem Fläschchen, da bei dieser Fütterungsmethode, Daten einfacher gesammelt werden können als während des Stillens. Studien zur Fütterung mit der Flasche werden jedoch in der Regel von Faktoren beeinflusst, die speziell auf die Flaschen bezogen sind – Durchflussrate des Saugers, Größe der Saugeröffnung usw. Das bedeutet, dass diese Ergebnisse nicht auf das Stillen angewendet werden können.
Daher entschieden sich Forscher der University of Western Australia, sich auf Studien zum Stillen zu konzentrieren. In ihrer Durchsicht der Literatur wollten sie herausfinden, wie Babys das Saugen, Schlucken, Atmen koordinieren, und mehr darüber erfahren, wie Milch aus der Brust kommt – und die Saug-, Schluck-, und Atemmuster besser verstehen.
Obwohl das Saugen beim Stillen wichtig ist, hat sich herausgestellt, dass die Zunge des Babys entscheidend ist. Sobald das Baby angelegt wird und sein Mund ein Basisvakuum erzeugt, wird die Zunge abgesenkt, um den Druck zu erhöhen, sodass die Brustwarze sich gleichmäßig tief im Mund des Babys weitet. Ultraschall- und Druckmessungen während des Stillens haben gezeigt, dass genau in diesem Moment die Milch fließt.
Wenn Ihr Baby die Zunge wieder hebt, verringert sich das Vakuum, und die Milch bewegt sich in die hintere Mundhöhle. Nach einem oder mehreren Saugbewegungen wird geschluckt. Jetzt atmet das Baby 0,5 Sekunden lang nicht, schluckt – und der Zyklus beginnt von vorne.
Die Studien bestätigten, wie wichtig die Zunge beim Abgeben der Milch aus der Brust ist. Statt einer peristaltischen Bewegung wird der vordere Teil der Zunge steif und weitet die Brustwarze gleichmäßig aus. Die peristaltische Bewegung findet im hinteren Teil der Zunge statt, die auch beim Schlucken eine Rolle spielt.
Mit dem Wachstum werden Babys auch effizienter beim Stillen – scheinbar ohne, dass sich ihre Zungenbewegungen ändert oder der Druck sich erhöht. Es wird angenommen, dass sich die Mittelzunge mit zunehmendem Alter des Babys mehr bewegt, um mit der Milchproduktion und dem Milchfluss umzugehen.
" Das auf der Forschung zur Flaschenernährung basierende SSwB-Verhältnis von 1:1:1 gilt nicht für das Stillen. Warum? Der Milchfluss aus den Flaschen erfolgt in der Regel kontinuierlich und schnell. Im Gegensatz dazu kann sich der Milchfluss aus der menschlichen Brust aufgrund mehrerer Milchabgaben schnell verändern. Die an der Studie teilgenommenen Babys konnten sich mit ""sehr variablen"" SSwB-Verhältnissen von 1:1:1 bis 12:1:4 schnell anpassen. Tatsächlich haben Studien gezeigt, dass Babys gleichzeitig saugen und schlucken, und dabei einen konstanten Milchfluss aufrechterhalten konnten, während sie weiterhin atmen.
Wenn Ihr Baby jedoch bei einer Fütterung mit einer herkömmlichen Flasche die Atmung anhält, fließt weiterhin Milch in den Mund des Babys, wodurch ein natürlicheres SSwB-Verhältnis unterbrochen wird. Durch den kontinuierlichen Milchfluss einer herkömmliche Flasche lernen Babys nicht, ein aktives Trinkmuster zu entwickeln und sich anzupassen (wie es beim Stillen auf natürliche Weise der Fall ist).
Aufgrund dieser mangelnden Flussvariation haben Forscher Bedenken bezüglich der negativen Aspekte der Flaschenernährung geäußert, wie z. B. ein ungleichmäßiges Saugmuster, eine Sauerstoffentsättigung und erzwungene SSwB-Muster. Eine Lösung könnte darin bestehen, eine Flasche zu entwerfen, die sich an den eigenen Stillrhythmus des Babys anpasst – so kann das Baby ruhig und komfortabel gefüttert werden und es kann einfacher zwischen Stillen und Flaschenfütterung gewechselt werden"
Referenzmaterial
1Sakalidis VS, Geddes DT. Suck-Swallow-Breathe Dynamics in Breastfed Infants. J Hum Lact. 2016 Mai; 32(2):201-11; quiz 393-5.