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Babyernährung

Gemeinsames Schlafen fördert das Stillen

Von Philips

12/22/2022

3-4 Min. Lesezeit

Image of mom feeding baby

Das Familienbett von Eltern und Säuglingen klingt gemütlich – und fördert nachweislich das Stillen. Aber es gibt auch Risiken. Dazu sind weitere Forschungen erforderlich.

Sollte man das Bett teilen oder nicht. Das ist eine Frage, die sich frischgebackene Eltern stellen, wenn sie die möglichen Gefahren mit den Vorteilen des gemeinsamen Schlafens abwägen. Einerseits beruhigt das Schlafen im Familienbett das Baby und erleichtert das Stillen.

Aber wie steht es um das Risiko des plötzlichen Kindstods (SIDS), versehentliches Ersticken oder andere Alptraumszenarien? Kürzlich haben Forschende in Neuseeland die Literatur durchforstet und 59 Studien aus 15 Ländern auf 5 Kontinenten ausgewertet, um mehr herauszufinden.

Auch bekannt als Co-Sleeping, ist das Familienbett in einigen Kulturen weiter verbreitet als in anderen. Laut einer Online-Umfrage unter 29.287 Eltern aus aller Welt teilten asiatische Eltern ihr Bett häufiger mit ihrem Baby (38 %) als europäische Eltern (11 %). In der europäischen Gesellschaft wird vom Familienbett sogar abgeraten, da die Eltern angewiesen werden, ihre Kinder in getrennten Betten oder Zimmern schlafen zu lassen.

Erkannte Risiken


Oft fällt die Entscheidung, das Baby ins elterliche Bett zu bringen, weil es weint oder unruhig ist. In solchen Stresssituationen kann es passieren, dass man nicht auf die Sicherheit des Babys achtet.

Zu viel (und zu weiches) Bettzeug und das versehentliche Bedecken des Kopfes des Babys mit Bettzeug kann riskant sein, insbesondere wenn die Eltern nicht in der Lage sind, zu reagieren und die Abdeckung über dem Kopf des Babys zu beseitigen. Dies unterstreicht, wie wichtig es ist, dass die Eltern das Bett nicht mit dem Baby teilen, wenn sie in irgendeiner Weise beeinträchtigt sind – z. B. wenn sie krank oder übermüdet sind oder unter Einfluss von Drogen oder Alkohol stehen.

Auch das Einschlafen mit dem Baby auf dem Sofa ist ein Tabu, da dies als unsichere Schlafunterlage gilt. Studien zeigen auch, dass rauchende und/oder übergewichtige Eltern ein Risiko für das Familienbett darstellen.

Längeres Stillen


Richtig gemacht – mit einem Auge auf die Risikofaktoren – kann das Familienbett eine positive nächtliche Routine sein. Ganz oben auf der Liste der berichteten Vorteile steht das Stillen. Während sie schliefen, lagen sich Babys und Mütter in der Regel gegenüber – mit weniger als 30 cm Abstand. Es hat sich gezeigt, dass Babys, die im Familienbett schlafen, häufiger und länger nachts gestillt werden, wenn die Mutter in Reichweite ist – und dass die Mütter mehr Versuche unternehmen, zu stillen.

Gemeinsam mit den Eltern schlafende Babys werden außerdem bis zu einem höheren Alter gestillt als Babys, die alleine schlafen. Einer britischen Studie zufolge wurden 46 % der Babys, die im Familienbett schliefen, im Alter von drei bis vier Monaten immer noch gestillt – das ist doppelt so viel wie bei Säuglingen, die von ihren Eltern getrennt schlafen.

O\In einem Krankenhaus zeigten Neugeborene größere Bemühungen beim Stillen, wenn sie gemeinsam mit ihren Eltern schlafen durften oder in einem Beistellbettchen untergebracht waren (ein Gitterbettchen, bei dem eine Seite offen ist und die Matratze des Bettchens das Erwachsenenbett berührt).

 
Allem Anschein nach ist das Familienbett für viele Mütter ein natürliches Konzept, mit dem sie einfach von sich aus beginnen, ohne dass es einer Aufklärungskampagne bedarf. Einige Mütter praktizieren das Familienbett auch, ohne unbedingt zu stillen – wie etwa in Thailand. Diese Praxis ist in den Haushalten so fest verankert, dass ein Forschender sie als "Breastsleeping" bezeichnet.

Schlafunterbrechungen


Das leichtere Stillen hat jedoch auch eine Kehrseite: Schlafunterbrechungen. Während es normal ist, dass Eltern und Neugeborene häufig zum nächtlichen Füttern aufwachen – insbesondere gestillte Babys –, werden diese Babys beim gemeinsamen Schlafen im Familienbett häufiger, wenn auch für kürzere Zeiträume, geweckt als Babys, die in getrennten Betten schlafen.

Das gemeinsame Schlafen scheint die Schlafgewohnheiten von Mutter und Kind zu synchronisieren, und das häufigere Aufwachen kann dazu beitragen, die Babys vor SIDS zu schützen. Aber wenn die Eltern nicht gut schlafen, beschäftigen sie sich zur Schlafenszeit weniger mit ihrem Baby – und das stört seinen Schlaf. Möglicherweise fühlen sich Babys im Familienbett besser geschützt und geborgen, so dass sie besser schlafen. Aber ohne weitere Forschungen ist es schwierig, daraus eine Schlussfolgerung zu ziehen.

Notwendigkeit für Leitlinien


Die Forschenden weisen darauf hin, dass umfassendere Richtlinien für das Schlafen im Familienbett erforderlich sind, insbesondere für Säuglinge mit einem höheren SIDS-Risiko. Ein Problem könnte das Schlafen auf der Seite sein, das häufiger vorkommt, wenn sich die Babys in einem Bett mit den Eltern befinden. Die Nähe zum stillenden Elternteil könnte auch ein Mikroklima mit erhöhten CO2-Werten verursachen.

Eine weitere Frage, die die Forschung beantworten könnte, lautet: Warum ist die SIDS-Rate in einigen Kulturen, in denen das Schlafen im Familienbett üblich ist, so niedrig? Es bleibt zu hoffen, dass künftige Forschungen Hebammen und anderen medizinischen Fachkräften helfen werden, das gemeinsame Schlafen besser zu verstehen und frischgebackene Eltern dabei zu unterstützen, die richtigen – und sicheren – Entscheidungen für ihre Familie zu treffen.

Referenzmaterial

Baddock SA, Purnell MT, Blair PS, Pease AS, Elder DE, Galland BC. The influence of bed-sharing on infant physiology, breastfeeding and behaviour: A systematic review. Sleep Med Rev. 2019 Feb;43:106-117.

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