17 September, 2017

Philips Österreich: Studie zur Leistungskraft regionaler Gesundheitssysteme  


Kosten und Ergebnisse des österreichischen Gesundheitssystems variieren stark von Bundesland zu Bundesland

Alpbach, 22.08.2017 – Die Diskussion um Reformbedarf im österreichischen Gesundheitssystem reißt nicht ab. Regelmäßig bringen unterschiedliche Protagonisten neue Reformvorschläge ins Spiel. Wie aber sieht die Realität der heimischen Gesundheitsversorgung aus? Um die Leistungskraft regionaler Gesundheitssysteme zu erheben, unterstützt Philips Österreich ein Forschungsprojekt, dessen erste Ergebnisse nun vorliegen.

 

Das österreichische Gesundheitssystem ist stark fragmentiert: Bund, Länder und Gemeinden teilen sich die Kompetenzen. Außerdem sind zahlreiche Institutionen mit jeweils spezifischen Aufgaben betraut. Mit der Gesundheitsreform 2013 wurde ein sogenanntes „partnerschaftliches Zielsteuerungssystem“ etabliert, um auf Basis validierter Indikatoren die Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems zu bewerten und darauf aufbauend die Gesundheitspolitik zielgerichtet zu steuern. Bislang liegen jedoch keine umfassenden Darstellungen von Schlüsselindikatoren vor, die ein gesamtes Gesundheitssystem auf regionaler Ebene umfassend beschreiben – insbesondere im Hinblick auf Effizienz.

 

„Wir wollen unsere Innovationskraft auch in die Diskussion um Gesundheitssysteme einbringen. Ausgangspunkt dafür ist jedoch stets eine umfassende Kenntnis des Status quo. Bisher fehlen umfassende Informationen über Gesundheitssysteme auf Bundesländerebene, die allgemein zugänglich sind. Die Studie soll Transparenz in die heimischen Gesundheitsstrukturen bringen, damit die richtigen Stellschrauben für künftige Innovationen erhoben werden können“, erläutert Robert Körbler, CEO Philips Austria GmbH, die Idee hinter der wissenschaftlichen Studie.

 

„Österreichs Gesundheitssystem ist fragmentiert: Kompetenzen betreffend Gesundheit und Pflege sind auf Bund, Länder und teilweise sogar Gemeinden aufgeteilt. Dementsprechend schwierig ist es, den Überblick zu bewahren. Dies ist insbesondere deshalb problematisch, weil dadurch große Unterschiede zwischen einzelnen Bundesländer entstehen können. Für die Bevölkerung bedeutet dies, dass sie trotz weitgehend gleicher Sozialversicherungsbeiträge sehr unterschiedliche Leistungen erhalten“, erklärt Studienautorin Maria M. Hofmarcher die Ausgangslage.

 

Studie erhöht Transparenz des Gesundheitssystems

Um die Transparenz des heimischen Gesundheitssystems zu erhöhen, beauftragte Philips Österreich MMag. Maria M. Hofmarcher-Holzhacker, Direktorin von HS&I HealthSystemIntelligence und Research Associate am Zentrum für Public Health an der Medizinischen Universität Wien, mit der Studie „Leistungskraft regionaler Gesundheitssysteme“. Ziel des auf zehn Monate angelegten Projekts ist es, eine gesamthafte Übersicht über die Leistungskraft der Gesundheits- und Pflegeversorgung auf Ebene der österreichischen Bundesländer zu erhalten.

 

In der ersten von insgesamt vier Projektphasen wurden nun wesentliche Daten- und Informationssysteme gesichtet, auf deren Basis anschließend Indikatoren zur Messung der Leistungskraft zusammengestellt bzw. entwickelt werden. Bei einem Pressefrühstück im Rahmen der Gesundheitsgespräche beim Forum Alpbach präsentierten Robert Körbler von Philips Österreich und Studienautorin Maria M. Hofmarcher die Ergebnisse dieser ersten, explorativen Forschungsphase.

 

Hohe Unterschiede bei Gesundheitsausgaben zwischen Bundesländern

Trotz der fragmentierten Kompetenzaufteilung zwischen den unterschiedlichen Körperschaften in Österreich, werden keine Informationen zu den Gesundheitsausgaben auf Bundesländerebene erhoben. Erste Schätzungen im Rahmen des aktuellen Forschungsprojekts, die auf unterschiedlichen Quellen basieren, zeigen, dass die Pro-Kopf-Gesundheitsausgaben pro Jahr von Bundesland zu Bundesland stark variieren: Am höchsten sind die Gesundheitsausgaben in Wien (4.400 Euro), gefolgt von Salzburg (4.105 Euro) und Vorarlberg (4.029 Euro). Auf der anderen Seite der Skala weisen das Burgenland (3.508 Euro), Oberösterreich (3.738 Euro) und die Steiermark (3.834 Euro) die geringsten Gesundheitsausgaben pro Kopf auf. Im Durchschnitt liegen die gesamten, geschätzten Gesundheitsausgaben pro Kopf bei 3.973 Euro. Der private Anteil der Gesundheitsausgaben ist dabei mit 1.029 Euro pro Person in Vorarlberg und mit 1.009 Euro in Salzburg am höchsten, während Burgenländer/innen (919 Euro) und Oberösterreicher/innen (789 Euro) privat am wenigsten für ihre Gesundheit ausgeben (österreichweiter Durchschnitt: 929 Euro).

 

„Die absoluten Zahlen der Gesundheitsausgaben sind jedoch nur eine Seite der Medaille: Es muss berücksichtigt werden, dass auch die Einkommen der Bevölkerung und andere Parameter von Bundesland zu Bundesland variieren. Berücksichtigt man die unterschiedliche Wirtschaftskraft der einzelnen Bundesländer, zeigt sich, dass im Burgenland sowohl die öffentlichen als auch die privaten Ausgaben gemessen in Prozent des Bruttoregionalprodukts am höchsten sind“, erklärt Studienautorin Maria M. Hofmarcher.

 

Auch Gesundheitsergebnisse unterscheiden sich stark

Laut aktueller Datenlage variieren auch die Ergebnisse des Gesundheitssystems – sprich die Gesundheitssituation der Österreicherinnen und Österreicher von Bundesland zu Bundesland stark. Ein Indikator dafür sind Aussagen über die Lebenserwartung in guter bis sehr guter Gesundheit. Während Frauen in Tirol angeben, im Schnitt 71,6 Jahre bei guter oder gar sehr guter Gesundheit zu sein, sind Bewohnerinnen des Burgenlandes im Schnitt nur 61,7 Jahre bei gleich guter Gesundheit. Am längsten gesund leben laut eigenen Angaben Frauen und Männer in Tirol (Frauen 71,6 Jahre, Männer 69,4 Jahre), Salzburg (Frauen 71,0 Jahre, Männer 69,3 Jahre) und Vorarlberg (Frauen 71,0 Jahre, Männer 67,9 Jahre). Am geringsten ist die Lebenserwartung bei guter bis sehr guter Gesundheit im Burgenland (Frauen 61,7 Jahre, Männer 64,7 Jahre).

 

„Ein erster Blick auf das österreichische Gesundheitssystem zeigt, dass es bei großen Differenzen bei den Inputs in das System – also bei den Gesundheitskosten – auch zu maßgeblichen Unterschieden bei den Gesundheitsergebnissen (Outcomes) – also beim Gesundheitszustand der Bevölkerung – kommt. Es gibt aber bisher keine ausreichend aufbereitete Datenbasis, die Rückschlüsse auf den Grund dieser Unterschiede erlaubt. Sowohl sozio-demographische Faktoren, als auch wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Umweltbedingungen müssen dafür berücksichtigt werden“, erklärt Maria M. Hofmarcher die aktuellen Forschungsergebnisse. In den folgenden Phasen des langfristig angesetzten Forschungsprojektes werden deshalb Indikatoren für eine möglichst zuverlässige Erhebung der Leistungskraft des Gesundheitssystems entwickelt und erhoben.

 

Philips trägt in Österreich zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung bei

„Philips trägt weltweit bereits seit 125 Jahren mit innovativen Gesundheitstechnologien und -lösungen zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung bei. Heute gilt jedoch mehr denn je: Die Entwicklung und der Einsatz einzelner Geräte und Technologien alleine reichen nicht aus, um das Gesundheitssystem zu unterstützen und Menschen ein möglichst langes, gesundes Leben zu ermöglichen. Wichtiger ist es, die zahlreichen zur Verfügung stehenden Technologien individuell angepasst an die Bedürfnisse jeder und jedes Einzelnen einzusetzen. Mit der Studie legen wir einen wichtigen Grundstein für ein besseres Verständnis des österreichischen Gesundheitssystems“, so Robert Körbler, CEO Philips Austria GmbH. Weitere detaillierte Studienergebnisse werden für das zweite Quartal 2018 erwartet.

Über Royal Philips

Royal Philips (NYSE: PHG, AEX: PHIA) ist ein führender Anbieter im Bereich der Gesundheitstechnologie. Ziel des Unternehmens mit Hauptsitz in den Niederlanden ist es, die Gesundheit der Menschen zu verbessern und sie mit entsprechenden Produkten und Lösungen in allen Phasen des Health Continuums zu begleiten: während des gesunden Lebens, aber auch in der Prävention, Diagnostik, Therapie sowie der häuslichen Pflege. Die Entwicklungsgrundlagen dieser integrierten Lösungen sind fortschrittliche Technologien sowie ein tiefgreifendes Verständnis für die Bedürfnisse von medizinischem Fachpersonal und Konsumenten. Das Unternehmen ist führend in diagnostischer Bildgebung, bildgestützter Therapie, Patientenmonitoring und Gesundheits-IT sowie bei Gesundheitsprodukten für Verbraucher und in der häuslichen Pflege. Philips beschäftigt etwa 71.000 Mitarbeiter in mehr als 100 Ländern und erzielte mit seinem Gesundheitstechnologie-Portfolio in 2016 einen Umsatz von 17,4 Milliarden Euro. Mehr über Philips im Internet: www.philips.at  

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